Der Videoclip mit der Wasserschanze wurde zum Publikumserfolg und zeigt, wie virales Marketing funktioniert. Auch wenn einige Experten (siehe unten) anderer Meinung sind.
Im Web wird heftig über das Filmchen mit der Wasserrutsche diskutiert. Einige hofften, dass der Sprung echt ist.
Kammerl reine Fiktion
Im
Clip ist ein Mann zu sehen, der von einer Rutsche aus 35 Meter Höhe
durch die Luft katapultiert wird und unversehrt in einem aufblasbaren
Schwimmbecken landet. Damit und mit einer Website wollte Bruno Kammerl
für sein Projekt der grössten Wasserrutsche der Welt werben. Der
bayrische Ingenieur hat sogar ein Facebook-Profil, ist aber reine
Fiktion, wie Microsoft auf Nachfrage bestätigt.
Die
spektakuläre Wasserutschpartie – in Wirklichkeit eine Microsoft-Werbung
für eine Software - sorgt für Aufsehen. Der TV-Sender CNN berichtete
über die Aktion ebenso wie «Spiegel Online» und diverse US-Portale. Der
am 6. August publizierte Artikel «Die irrste Rutschbahn» hielt sich auf
Tagesanzeiger.ch/Newsnetz eine Woche lang in der Top 10 «Meist gelesen».
Innert
kurzer Zeit wurde der Film so zum Selbstläufer des viralen Marketings:
Soziale Netzwerke und Medien werden dabei genutzt, um mit einem
ungewöhnlichen Inhalt auf eine Marke oder ein Produkt aufmerksam zu
machen: Werbung ist nicht immer sofort als solche zu erkennen.
Chance für Low-Budget-Produktionen
Auf
dieser Methode beruht zum Beispiel auch der Erfolg des Horrorfilms
«Blair Witch Project». Die Szenen aus dem Film wurden im Web verbreitet
und erweckten den Anschein, real zu sein. Wenn eine
Low-Budget-Produktion viral wirbt, fühlt sich der Nutzer bei der
Auflösung wohl weniger hinters Licht geführt. Steckt jedoch ein Konzern
wie Microsoft dahinter, kann die Stimmung auch kippen.
Debatte um Echtheit
In
Blogs gibt es inzwischen tausende Kommentare. Bei vielen Zuschauern
überwiegt die Skepsis, ob der Sprung wirklich echt ist. «Nur ein
Lebensmüder würde so einen Stunt wagen», schreibt eine Bloggerin. Ein
Fake? «Ich schätze schon, aber ich wünschte mir wirklich, es wäre
echt», meint Adam Frucci vom Blog Gizmodo. Bald stellt sich heraus,
dass Microsoft hinter der Aktion steht. «Der Sprung ist nicht echt»,
bestätigt das Unternehmen.
Liebesbriefe für Kammerl
Ursprünglich
wollte Microsoft die Nutzer noch länger im Ungewissen lassen, sah sich
aber durch die vielen Rückmeldungen gezwungen, das Geheimnis zu lüften.
«Bruno Kammerl hatte in der Zwischenzeit sogar Anfragen aus aller Welt
erhalten – darunter solche von Investoren und TV-Sendern. Auch einige
Liebesbriefe waren dabei» schreibt Microsoft in einer Mitteilung. Trotz
der Skepsis hat der Clip die Fantasie so mancher Nutzer beflügelt.
Einige seien in der Tat enttäuscht gewesen, dass es sich um einen
Video-Trick handelt.
Ohne Schnitt
Gedreht hat den
Film die Produktionsfirma Oki Films. Damit der Sprung von Kammerl so
realistisch wie möglich rüberkommt, hat man diesen in einer Aufnahme
ohne Schnitt umgesetzt. In Wirklichkeit war der Stuntman aber mit einem
Seil abgesichert, um die Rutschpartie nach ein paar Metern zu beenden,
berichtet das ORF-Portal «Futurezone». Schliesslich fiel Kammerl von
einer Holzrampe in das Wasserbecken. Entscheidend war «die
Positionierung der Kamera und das Timing beim Zoomen.» Jeder glaube,
dass beim Sprung geschnitten wurde. «Hier können wir bestätigen: einen
Schnitt gab es nicht», so Microsoft Deutschland.
Hinweise versteckt
Im
Clip seien einige Hinweise auf der Tonspur versteckt worden, um den
Sprung nicht allzu realistisch zu gestalten. «Einige Zuschauer haben
schon bemerkt, dass das Rutschgeräusch zu laut ist und es keine
Verzögerung bei Ton- und Videospur gibt.» Das und die Tatsache, dass
die Jungs nur zwei Eimer Wasser auf die Rutsche schütteten, hätten dem
Clip eine «augenzwinkernde Qualität» gegeben, schreiben die
Filmkünstler in einer Erklärung.
Microsoft wertet die Aktion
natürlich als Erfolg, auch wenn sie nicht in Zahlen messen lässt: «Für
uns sind die Blogs und das Feedback das Spannendste an so einer
Kampagne», sagt Florian Müller von Microsoft Deutschland gegenüber
«Futurezone». Einige Blogger sehen darin sogar die erste gelungene
Werbe-Aktion des Konzerns. «Die erste Microsoft-Werbung seit langem,
die nicht ausnehmend peinlich, sondern sogar sehr gut gemacht ist»,
schreibt einer.
Die Kampagne sei zum Scheitern verurteilt,
schreibt hingegen der bloggende Werber David Saxe. «Wahrscheinlich
werden damit mehr Wasserrutschen als Office-Pakete verkauft». Ihn
ärgert besonders, dass man beim Clip auf Tricks setzte: «Ihr habt
versucht, euer Publikum hereinzulegen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)
In diesem dreiminütigen Video erklärt Vijay Govindarajan die Wichtigkeit von Innovationen in der Krise.
1. In den den letzten zwölf Monaten sind Innovationen wichtiger geworden, nicht unwichtiger.
2. Wenn man zurückblickt auf die Rezessionen des letzten Jahrhunderts, sieht man, dass es immer Verlierer und Gewinner gab. Die Gewinner waren Unternehmen, die auf Innovation setzten.
3. Fehlende Budgets zwingen zum Umdecken, auch bei Innovationen. Man darf aber nicht linear kürzen, sondern muss ein paar wenige erfolgsversprechende Projekte auswählen und mit ganzer Kraft vorantreiben.
You can watch the video quickly; it’s a little over three minutes long. (Note: The video appears to have been informally produced, and you’ll hear some background noise.)